Auszeit von der Auszeit – Teil 1: Phuket

Drei Monate umher reisen kann schon in gewisser Weise anstrengend sein und auch wenn es vielleicht der ein oder andere nicht nachvollziehen kann, so ist die Erholung vom Urlaub und vom Reisen notwendig und unumgänglich. Auch einer der Gründe, die es schwierig machen, sich nach der Heimkehr direkt wieder neuen Aufgaben zu widmen. Das Erlebte muss schließlich erst einmal in Ruhe verarbeitet werden. Aber so weit sind wir ja glücklicherweise noch nicht. Jetzt heißt es nämlich erstmal frei und völlig ungezwungen in den Tag hinein leben, spät aufstehen, noch später frühstücken, aufgrund der daraus resultierenden Kürze des Tages die Mahlzeiten auf 2 pro Tag reduzieren, am Strand liegen und nicht wissen welcher Wochentag aktuell ist.

Phuket ist ein Reiseziel, welches durchaus Parallelen zu Koh Phi Phi aufweist, aber glücklicherweise so vielseitig ist, dass man immer noch Regionen findet die zwar touristisch sind, aber völlig fernab von den Partytouristen liegen. Hier hat es uns zum Kamala Beach, an der Westküste Phukets, verschlagen. Wir haben ein schickes Hotel mit Pool und gut ausgestatteten Zimmern zu einem spitzen Preis gefunden, uns fest vorgenommen hier drei volle Tage die Seele baumeln zu lassen und im Nichtstun zu versinken. Von der Fähre geht es erstmal nach Phuket Town, leider mit einem überteuerten Taxi. Aber besser 200 Baht in die Stadt bezahlen und von dort aus mit den öffentlichen Bussen für „nen Appel und’n Ei“ weiter nach Kamala, als dem Taxifahrer 800 Baht für die Direktfahrt in den Rachen zu schmeißen. Als ich das dem Taxivermittler bei der Fähre so zu verstehen gebe und ihm sage, dass 800 Baht viel zu viel seien, sagte er nur: „expensive, expensive, I don’t understand expensive“.

Der Local-Bus in der Stadt macht seinem Namen wirklich alle Ehre, denn rundherum sitzen wirklich ausschließlich Einheimische. Neben mir ein Schiffsbauer auf dem Weg zu seiner Familie, der mir wahrscheinlich alle seine englischen Vokabeln, die er kennt um die Ohren schmeißt, irgendwelches Kauderwelsch erzählt, auf das ich dann nur freundlich mit einem Lächeln nicke, und der mir nach jedem zweiten „Satz“ die Hand schüttelte. 1,5 Stunden später setzt uns der Fahrer in Kamala ab.

Straßenverkehr-Phuket-Thailand
Typisch Phuket – der blaue Inselbus
Bus-Phuket-Thailand
Unser Gepäck ist sicher verstaut
Bus-Locals-Phuket-Thailand
Der Bus wird vorwiegend von Locals genutzt

Nach unserem Hotel müssen wir nicht lange suchen, denn als ob der Busfahrer gewusst hätte, wo wir übernachten, lässt er uns etwa 20 m von unserem Hotel entfernt raus. Na das klappt ja schon mal prächtig.

Das Hotel liegt etwas abgeschieden und von der Straße nach hinten versetzt, sodass man vom Straßenlärm nichts mehr mitbekommt. 30 Zimmer gibt es dort, alle mit Poolblick und bis auf den ersten Tag sind wir neben einem älteren englischen Ehepaar die einzigen Gäste dort. Noch nie habe ich ein Hotel erlebt das nach Pauschalurlaub schreit und so ruhig und wenig besucht ist ….noch dazu zu dem Preis. Einfach herrlich. Es lebe die Nebensaison!!!

Selfie-im-Pool-Phuket-Thailand
Selfie-Session im Pool

Die paar Tage in Kamala füllen wir tatsächlich einfach mal mit Nichts – mal abgesehen vom Essen, am Strand oder Pool liegen und lesen, was dem „Nichts tun“ schon sehr nahe kommt. Selbst unsere vorgenommene Mopedtour nach Phuket Town fällt dem Nichtstun zum Opfer. Das ist  auch der Grund, warum wir uns im Anschluss an Kamala vor unserer Weiterreise nach Phang Nga noch eine Nacht in Phuket Town gönnen um wenigstens auch mal dort gewesen zu sein.

Langzeitbelichtung-Wasser-Steine-Phuket-Thailand
In bisschen Arbeit muss doch irgendwie sein – Langzeitbelichtung am Meer
Wasser-Steine-Phuket-Thailand
Hinter den Kulissen – Stefan bei der Arbeit

In der Stadt findet, wie überall im Land im Moment, das Vegetarierfest bzw. das Fest der neun Kaisergötter statt. Das Ganze stammt aus China und wird nach dem Mondkalender in den ersten neun Tagen des neunten Monats gefeiert. Die Einheimischen verzichten in dieser Zeit auf Fleisch und Meeresfrüchte, kleiden sich in weiß, ziehen mit viel Brimbamborium durch die Straßen, knallen an allen Ecken mit Böllern und die ein oder anderen „…Teilnehmer des Festes versetzen sich in Trance und werden zu Medien der Geister. Ihre vermeintliche Unverwundbarkeit beweisen sie durch außerordentliche Akte der Selbstkasteiung: Sie laufen über Feuer, durchstechen ihre Wangen mit spitzen Gegenständen oder erklimmen eine Leiter aus Schwertern.“ (Wikipedia). In Phuket Town äußerte sich das Ganze, neben der vielen Knallerei, vor allem in einer langen Straße voller Essensstände, an denen es ausschließlich vegetarische Gerichte gibt. Ansonsten ist Phuket Town eher ruhig und allgemein untouristischer als man denkt.

alles-weiß-vegetarierfest
Beim Neun-Kaisergötter-Fest trägt man weiß
Portrait-Gegenlicht-Phuket-Thailand
Wieso wusste Tina das nicht?
neun-götterfest-phuket-thailand
Alle wollen beim Neun Kaisergötterfest dabei sein
essensstand-phuket-thailand-3
Wo das Auge hinreicht – überall leckere vegetarische Köstlichkeiten
essensstand-phuket-thailand-4
Jeder Essensstand bietet eine andere Köstlichkeit
essensstand-phuket-thailand-2
Auch hier – super lecker
essensstand-phuket-thailand
So viel Auswahl – unglaublich
Neun-Götter-Fest-Phuket-Thailand
Hier trägt heute wirklich jeder weiß
Stefan

seit über 10 Jahren Fotograf und seit 2009 offiziell reisesüchtig und permanent von Fernweh geplagt, bin ich immer wieder auf der Suche nach neuen Abenteuern in der großen weiten Welt. Auf meinem Blog möchte ich dir alle meine Tipps zum Thema Reisen und Fotografie verraten und dafür sorgen, dass du perfekt gerüstet in dein nächstes Abenteuer startest!Hier erfährst du mehr Über mich

Zur Zeit keine Kommentare

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.