Islands Norden – alle Wege führen zu einem Wasserfall

Leider meint es das Wetter am nächsten Tag nicht ganz so gut mit uns, die Sonne scheint zwar – aber es gibt Sturmwarnung und das heißt unter Umständen auch gleichzeitig Warnung vor Sandstürmen. Wir wollen kein Risiko mit unserem Mietwagen eingehen und entscheiden uns gegen den Kratersee Askja zumal die Piste vorwiegend sandig ist. Stattdessen fahren wir zum Wasserfall Dettifoss.

Der Weg dorthin ist die reinste Katastrophe – ein Schlagloch an das nächste – wir haben schon bessere F-Straßen erlebt. Kleiner Tipp also: auf keinen Fall die Straße am rechten Flussufer wählen, die Straße am linken Flussufer kann eigentlich nur besser sein und wer den Dettifoss bei Sonnenaufgang fotografieren will, ist auf dieser Seite eh besser dran.

Gewaltig brausen die Wassermassen (500m³/Sekunde) über die Kante nach unten und schlängeln sich weiter durch einen breiten Canyon… Hat ein bisschen was vom fernen Amerika. Damit ist der Dettifoss der gewaltigste Wasserfall Europas. Vor Ort ist der Sturm klar spürbar. Uns hält es kaum auf den Beinen. Das Stativ aufzubauen ist bei dem Sturm ein Ding der Unmöglichkeit. Auch wenn wir jetzt schon gefühlt 15 Wasserfälle angeschaut haben und es hier wirklich alle paar Kilometer einen gibt, sind sie doch alle ganz unterschiedlich – am nächsten Tag haben wir auch noch zwei auf dem Plan.

Sonnenaufgang über dem Wasserfall Dettifoss
Sonnenaufgang über dem mächtigen Wasserfall Dettifoss
Geothermalgebiet auf Island
Aufsteigender Wasserdampf über dem Geothermalgebiet Namafjall
Geothermalgebiet auf Island
Naturgewalt hautnah auf Island
Erdspalte in der Nähe des Myvatn
Erdspalte in der Nähe des Myvatn

Nachdem wir die schier endlosen Schlaglöcher hinter uns gebracht haben, geht es weiter auf der Ringstraße Richtung Westen. Das Geothermalgebiet um den See Myvatn ist unser nächstes Ziel. Von Weitem sehen wir schon wie die Erde raucht, es riecht stark nach Schwefel, welcher an den Gestank von faulen Eiern erinnert. Die Dämpfe aus der Erde sind bis zu 100°C heiß und auch an den brodelnden Schlammtöpfen lässt sich erkennen, dass die Erde unter uns zu kochen scheint.

Ein paar Kilometer weiter – über die Bergkuppe – können wir schon den idyllischen Myvatn sehen – hier kann man wunderbar wandern gehen und so machen wir uns bei einem Spaziergang auf die Suche nach den sagenumwobenen Trollen und Elfen, finden allerdings nur eine scheinbar von Menschen bewohnte Höhle. Sehr seltsam das Ganze und wir beschließen den, wer auch immer hier wohnt, in Ruhe zu lassen.

Die Nacht verbringen wir in einem wunderbaren Guesthouse – ein paar Kilometer weiter im Örtchen Laugar. Am nächsten Tag machen wir uns bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und windstillen 12°C auf den Weg zu den Wasserfällen der Umgebung – der Godafoss sowie der Aldeyjarfoss. Ersterer liegt direkt an der Ringstraße und ist von Touristen überlaufen, zweiterer liegt ein paar Kilometer weiter entfernt an einer F-Straße – vielleicht ist das auch der Grund warum wir zum ersten Mal eine Sehenswürdigkeit ganz für uns allein haben. Wie gesagt, wir haben in den zwei Wochen hier schon viele Wasserfälle gesehen, aber der Aldeyjarfoss ist bisher der Schönste.

Da das Wetter so schön ist, fahren wir an diesem Tag noch einmal weiter an den Myvatn. Ganz in der Nähe befindet sich ein berühmter Schauplatz aus der Serie Game of Thrones – die Grjotagja Höhle („Du weißt gar nichts, Jon Snow“) – aufgrund der Wassertemperatur von 46°C ist hier allerdings das Baden inzwischen verboten. Wir wollen allerdings an diesem Tag tatsächlich noch im Outdoorpool baden gehen – im Myvatn Nature Bath. Und so können wir bei 7°C Außentemperatur und 40°C Wassertemperatur den herrlichen Sonnenuntergang über dem Myvatn genießen – so kann wirklich jeder Tag zu Ende gehen.

Wasserfall Godafoss auf Island
Im Auge der Götter – der Godafoss
Blick auf den Myvatn
Naturidyll Myvatn
Dronenflug über Myvatn
Dronenflug über dem sagenumwobenen Myvatn
Wasserfall Aldeyjarfoss auf Island
Unser Highlight – der beeindruckende Aldeyjarfoss
Selfie vor dem Wasserfall Aldeyjarfoss
Zeit für ein Erinnerungsselfie
Wasserfall Aldeyjarfoss auf Island
Atemberaubend schön – der Aldeyjarfoss
Stefan

seit über 10 Jahren Fotograf und seit 2009 offiziell reisesüchtig und permanent von Fernweh geplagt, bin ich immer wieder auf der Suche nach neuen Abenteuern in der großen weiten Welt. Auf meinem Blog möchte ich dir alle meine Tipps zum Thema Reisen und Fotografie verraten und dafür sorgen, dass du perfekt gerüstet in dein nächstes Abenteuer startest!Hier erfährst du mehr Über mich

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