Für mich war Marrakesch schon immer ein Sehnsuchtsort, den ich unbedingt einmal im Leben besuchen wollte. Leuchtend bunte Farben, betörende Düfte, geschäftiges Markttreiben, wunderschöne Riads hinter verborgenen Mauern… – all das verband ich mit dem Gedanke an eine Reise nach Marrakesch.

Tatsächlich haben uns bisher nur die schlechten und langen Flugverbindungen von Berlin nach Marrakesch davon abgehalten. Aber dies sollte sich mit dem Winterflugplan 2018/2019 und einem Direktflug endlich ändern. Also haben wir unseren Rucksack gepackt und sind für fünf Tage nach Marrakesch geflogen.

Wie wir die Reise geplant haben, was wir erlebt haben und welche Tipps und Tricks wir dir für deine Reise abseits der üblichen Touristenpfade ans Herz legen können, erfährst du in diesem Artikel.

Wann ist die beste Reisezeit?

Klima

Marrakesch ist eine Stadt der Kontraste, vor allem das Klima betreffend – denn insbesondere die Temperaturen zwischen Tag und Nacht unterscheiden sich drastisch.

Zu den kältesten Monaten zählen Dezember, Januar und Februar – hier steigt das Thermometer am Tag auf durchschnittlich 19°C, in der Nacht bzw. sobald die Sonne untergeht, kühlt es bis auf 5°C runter.

In den Frühlingsmonaten März bis Mai liegt die Höchsttemperatur am Tag zwischen 23 und 29°C, in der Nacht fällt das Thermometer auf durchschnittlich 10°C.

In den trockenen Sommermonaten Juni bis September sprengt das Thermometer am Tag die 30°C-Marke und kann auf bis zu 40°C steigen, in der Nacht liegen die Temperaturen bei durchschnittlich 18°C.

Ab Oktober sinken die Höchsttemperaturen am Tag wieder unter 30°C und liegen in der Nacht bei durchschnittlich 10°C.

Blick über den Le Jardin Secret in Marrakesch

Demnach bieten sich am ehesten die Frühlings- und Herbstmonate für eine Reise nach Marrakesch an. Am Tag ist es schön warm, aber nicht ganz so heiß wie im Sommer und in der Nacht ist es nicht zu kalt.  Allerdings kann es in diesen Monaten auch mal kräftige Niederschläge geben.
Da die Temperaturen in den Wintermonaten allerdings deutlich wärmer sind als in Mitteleuropa, spricht nichts dagegen auch im Januar oder Februar nach Marrakesch zu fliegen – so wie wir es getan haben. Dann solltest du allerdings darauf achten, dass deine Unterkunft für die Nacht beheizbar ist.

Noch ein kleiner Tipp: Falls du nicht nur Marrakesch besuchen möchtest, sondern eine Rundreise durch Marokko planst – das Klima in Marokko weist sehr große regionale Unterschiede auf, es lohnt sich daher zu recherchieren, um die beste Reisezeit für all deine Ziele in Marokko zu finden.

Ramadan

Neben den Temperaturen solltest du beachten, dass Marokko ein muslimisches Land ist und hier der Ramadan begangen wird. In 2020 beginnt der Fastenmonat, der sich immer nach dem islamischen Mondkalender richtet, Ende April und endet Ende Mai. Während des Ramadans wird täglich mit Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken und Rauchen verzichtet.

Was bedeutet es für dich als Tourist in dieser Zeit in Marokko bzw. in Marrakesch unterwegs zu sein?

Da viele Marokkaner vom Tourismus leben, musst du während dieser Zeit nur wenige Einschränkungen hinnehmen.

Als Tourist musst du nicht auf Essen und Trinken verzichten. Viele Straßenstände und Restaurants haben tagsüber trotzdem geöffnet. Möchtest du Alkohol bestellen, was in Marrakesch sowieso nur in wenigen Restaurants möglich ist, musst du dich während des Ramadans mit deinem Reisepass ausweisen. Auch kann es sein, dass Sehenswürdigkeiten während des Ramadans verkürzte Öffnungszeiten haben.

Blick auf die Koutoubis Moschee

Kurz nach Sonnenuntergang sind die Straßen meist menschenleer, denn dann darf gegessen und getrunken werden. Das Leben verlagert sich in die Abend- und Nachtstunden. So wird gegen 21 Uhr auch gemeinschaftlich mit mehreren tausend Muslimen vor der Koutoubia gebetet.

Wer selbst schon einmal auf Essen und Trinken verzichtet hat, wird wissen, dass sich der Verzicht vor allem bei hohen Temperaturen schon mal auf’s Gemüt schlagen kann. So kann es also durchaus vorkommen, dass sich die Stimmung tagsüber in den Straßen buchstäblich aufheizt.

Wie viel Zeit solltest du für deine Reise einplanen?

Wie viel Zeit du in Marrakesch verbringst, hängt natürlich sehr stark von der dir verfügbaren Zeit bzw. von deinen Urlaubstagen ab. Ebenfalls bist du abhängig von den Fluggesellschaften, denn Marrakesch wird nicht täglich von jeder Airline angeflogen.

Blick über die Dächer Marrakeschs, im Hintergrund das Atlasgebirge

Wir waren fünf Tage in Marrakesch (Mittwoch bis Sonntag) und empfanden dies als sehr angenehm. Wir hatten jede Menge Zeit alle Highlights zu erkunden und fühlten uns zu keiner Zeit gestresst. Für uns waren fünf Tage optimal, um Marrakesch zu erleben – allerdings ist es eine Überlegung wert, länger in Marokko zu verweilen und auch Casablanca oder Fez einen Besuch abzustatten oder einen Ausflug ins Atlasgebirge oder die Sahara zu machen.

Wie buchst du einen günstigen Flug nach Marrakesch?

Inzwischen gibt es von vielen deutschen Großstädten Direktflüge nach Marrakesch. Seit November 2018 bedienen Ryanair und inzwischen auch EasyJet die Strecke Berlin-Marrakesch und wieder zurück zweimal pro Woche in knapp vier Stunden.

Wir haben unseren Flug relativ kurzfristig – zwei Wochen vorher – bei Ryanair gebucht und 120€ pro Person inklusive Handgepäck bezahlt.

Unsere Flüge suchen wir am liebsten über Momondo oder Google Flights. Hier kannst du bequem Filter setzen, bekommst einen super Überblick über die Flugpreise und kannst variabel mit den Flugdaten spielen. Dabei gilt, je flexibler du bist, desto günstiger – das betrifft nicht nur den Tag des Abflugs, sondern auch die Uhrzeit und natürlich spielt auch die Reisezeit eine Rolle. Dies ist auch ein Grund, warum wir außerhalb der Saison nach Marrakesch geflogen sind.

Riad oder Hotel? – Wo am besten übernachten?

Für uns stand fest, bei unserem Besuch in Marrakesch möchten wir in einem Riad in der Medina übernachten. Jetzt fragst du dich vielleicht, was ist ein Riad? Und was ist die Medina?

Riad ist das arabische Wort für Garten und bezeichnet einen mehrgeschossigen Altbau, dessen Zimmer sich nur zum gefliesten und begrünten Innenhof hin öffnen. Von außen lässt sich nicht erahnen, welche Schönheit sich hinter den kargen, roten Mauern verbirgt. In der Regel verfügen Riads nur über wenige Zimmer (zwischen 4 und 9), besitzen eine Dachterrasse und liegen meist in der Medina Marrakeschs.

Bunte Außenwand eines Riads in Marrakesch

Die Medina ist die Altstadt Marrakeschs, die von einer Stadtmauer umgeben ist und deren wirres, enges Straßennetz wohl bis heute nie richtig kartografiert wurde. Nur durch einige wenige Straßen passen überhaupt Autos, weshalb man Riads meist nur zu Fuß erreicht, wenn man denn die Adresse gefunden hat.

Es soll 1500 Riads in der Medina geben, davon sind aber nicht alle empfehlenswert. Da sie nur über wenige Zimmer verfügen, musst du dich mit deiner Buchung beeilen oder du teilst deinen Aufenthalt in Marrakesch auf mehrere Unterkünfte auf. In der Regel bekommst du ein Zimmer in einem wunderschönen Riad ohne Pool bereits ab 50€/60€ pro Nacht, mit Pool beginnen die Preise bei ca. 100€.

Wir waren mit unserer Buchung leider ein bisschen spät dran, die aller schönsten und dabei günstigen Riads waren zwei Wochen vor Anreise leider schon ausgebucht. Trotzdem haben wir ein wunderschönes kleines Riad für 65€ pro Nacht gefunden, das wir dir sehr empfehlen können – das Dar Taliwint.

Das Dar Taliwint wird von Lénaick, einem Franzosen geführt, der sogar ein bisschen Deutsch spricht und sich Zeit für eine ausgiebige Begrüßung bei einem frischen Minztee nimmt. Die Zimmer sind liebevoll eingerichtet und beheizbar, das Badezimmer ist mit typischen marokkanischen Pflegeprodukten ausgestattet und die Dachterrasse lädt zum Verweilen ein. Der Innenhof ist zwar klein, aber sehr schön gestaltet. Dass es keinen Pool gibt, hat uns in den Wintermonaten nicht gestört. Wer will schon abends bei 5°C in den Pool hüpfen?
Das Frühstück ist super lecker – wir haben jeden Morgen frisch gepressten Orangensaft, Kaffee, Tee, Obst, Crepes, Marmelade und marokkanisches Gebäck serviert bekommen und auch die Lage überzeugt.

Durch Freunde haben wir noch mehr Empfehlungen für dich. Wäre ein Zimmer frei gewesen, wir hätten auch hier gebucht:

Du wirst feststellen, die Auswahl ist riesig und wir würden ein Riad einem Hotel in der Neustadt in jedem Fall vorziehen. Nur hier kannst du das authentische Marrakesch erleben und spüren.

Hast du vielleicht noch eine andere Empfehlung für ein gutes Riad in Marrakesch? Dann lass gern einen Kommentar da.

Was soll ich einpacken?

Was genau in deiner Reisetasche landet, hängt natürlich von dir und den Details deiner Reise ab. Trotzdem möchte ich dir noch einige Tipps für’s Packen geben.

Kleidung

Mit Ornamenten verziertes Eingangstor in Marrakesch

Wie bereits beschrieben, außerhalb der Sommermonate kann es nach Sonnenuntergang in Marrakesch ziemlich kalt werden. Denn die Temperaturen kühlen abends auf bis zu 5°C im Winter und auf bis zu 10°C im Frühling und Herbst herunter. Auch kann es ab und an sehr viel Niederschlag geben. Daher empfehle wir, unbedingt einen Pullover und eine Jacke mitzunehmen, auch wenn die Wetter App vorhersagt, dass tagsüber die 25°C Marke geknackt wird.

Bedenke auch, dass Marokko ein muslimisches Land ist. Zwar sind die Einheimischen Touristen recht offen gegenüber, trotzdem sollte man darauf achten, Schultern und Knie zu bedecken. An heißen Tagen empfiehlt sich ein Tuch, dass du dir um die Schultern legen kannst.

Foto-Equipment

In Marrakesch wimmelt es nur so vor Fotomotiven. Deine Fotoausrüstung solltest du daher in jedem Fall einpacken.

Allerdings solltest du deine Drohne lieber zu Hause lassen, denn die Einfuhr einer Drohne ist in Marokko verboten. Die Kontrollen sind streng. Wer trotzdem eine Drohne dabei hat, muss diese proaktiv beim Zoll anmelden und gegen eine Gebühr bis zur Ausreise einlagern lassen.

Tipps für die Ein- und Ausreise

Marokko liegt in Afrika, demnach solltest du für deine Reise nach Marrakesch auf gar keinen Fall deinen noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass vergessen, sonst nimmt dich die Fluggesellschaft gar nicht erst mit. Außerdem bist du verpflichtet dein Flugticket für eine Reise nach Marokko auszudrucken. Dieses musst du bei der Einreise ins Land zusammen mit dem ausgefüllten Einreiseschein vorzeigen. Wir wurden außerdem von den Zollbeamten zu unseren Berufen „ausgefragt“.
Den Einreiseschein bekommst du meist im Flugzeug ausgehändigt oder in der Ankunftshalle des Flughafens. Kugelschreiber sind übrigens immer Mangelware, es bietet sich daher an, stets einen Kugelschreiber im Handgepäck zu haben.

Mit einer deutschen Staatsangehörigkeit musst du für eine kurze Städtereise kein Visum beantragen, der Einreisestempel im Pass erlaubt es dir 90 Tage zu bleiben. Hier findest du noch einmal alle Hinweise des Auswärtigen Amts.

Auch für die Ausreise gilt: Dein Flugticket muss ausgedruckt vorgezeigt werden. Falls dir das Ticket vor der Einreise noch nicht vorliegen sollte, kannst du das Ausdrucken auch in einem der zahlreichen Copyshops in der Medina erledigen. Ein Ausdruck kostet meist um die 10DH bis 15DH. Bist du erstmal am Flughafen, wird es deutlich teurer.

Um dir schon vorab eine Menge Zeit und Rennerei zu ersparen hier noch ein Tipp: Auch wenn du nur mit Handgepäck reist und sonst gewohnt bist, direkt zum Sicherheitscheck zu gehen, im Flughafen Marrakesch musst du dich in jedem Fall zuerst am Schalter deiner Airline anstellen. Diese befinden sich auf der linken Seite der Abflughalle. Dein Flugticket wird dann abgestempelt. Auf dem Weg zum Sicherheitscheck musst du dir noch einen Ausreiseschein in der Mitte der Abflughalle holen und ausfüllen. Erst dann kannst du dich in die Schlange für den Sicherheitscheck einreihen. Auf jeden Fall solltest du genügend Zeit einplanen, um deinen Flug rechtzeitig zu erreichen. (Das ganze erinnert fast ein bisschen an den Passierschein A38, oder?)

Außerdem sollte dir bewusst sein, dass die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung in Marokko als illegal gilt. Ich kenne zwar niemanden, bei dem der Zoll in Marokko das Portemonnaie kontrolliert hat, trotzdem solltest du, wenn möglich darf verzichten, Dirham bei dir zu führen.

Wir wünschen dir einen guten Flug!

UPDATE: Der Ein- und Ausreiseschein wurde offenbar im Sommer 2019 abgeschafft. Ausgefragt wird man aber trotzdem noch.

Vom Flughafen in die Stadt

Marrakeschs Flughafen liegt nur 6km südwestlich vom Stadtzentrum entfernt. Nicht weit, trotzdem hast du viele Möglichkeiten, um in die Stadt zu gelangen.

Mit dem Bus

Die günstigste Alternative um vom Flughafen in die Stadt bzw. zu deiner Unterkunft zu kommen, ist der Bus. Zwischen Flughafen und Zentrum verkehrt zwischen 6:15 Uhr und 21:15 Uhr die Buslinie 19 („Aeroport – Centre Ville“). Verlasse die Ankunftshalle des Flughafens und laufe zum Parkplatz, die Bushaltestelle befindet sich direkt neben den Schranken. Es gibt keinen festen Fahrplan, der Bus verlässt die Bushaltestelle Richtung Innenstadt, sobald der nachfolgende Bus am Flughafen eintrifft. Ein Busticket ins Zentrum kostet 30DH pro Person (ca. 2,80€), bezahlt wird beim Fahrer.

Hast du ein Riad in der Medina gebucht, dann steige an Marrakeschs Wahrzeichen aus, dem Djemaa El Fna. Von dort musst du in dein Riad laufen. Denn wie bereits erwähnt, gibt es in der Medina nur sehr wenig Straßen, die von Autos geschweige denn Bussen befahren werden können. Das Straßennetz der Medina kann vor allem auf den ersten Blick verwirren. Durch die hohen Mauern der Altbauten ist der Internetempfang nicht immer besonders gut. Trotzdem ist es natürlich nicht unmöglich sich zu orientieren und euer Riad selbst zu finden. Solltest du auf deiner Suche nach der Unterkunft angesprochen werden, ob du Hilfe benötigst, dann sei darauf gefasst, dass für diesen Service eine Bezahlung erwartet wird.

Mit dem Taxi

Natürlich kannst du dir auch ein Taxi vom Flughafen in die Stadt bzw. in die Nähe deines Riads nehmen. Je nach Verhandlungsgeschick kostet ein Taxi ins Zentrum 100DH. Solltest du den Taxifahrer überreden, das Taxameter einzuschalten wird es viel günstiger. Ab 20 Uhr gelten allerdings um 50% erhöhte Nachttarife.

Mit einem Transferservice

Wenn du dir unsicher bist und ein wenig Angst hast, dich samt deines Gepäcks auf der Suche nach deinem Riad in der Medina zu verlaufen, dann können wir dir nur raten, den Transferservice deiner Unterkunft in Anspruch zu nehmen. Viele Riads bieten einen Transfer für 150 bis 200DH (14€ bis 19€) an. Es gibt mehrere Vorteile: Du wirst persönlich am Flughafen empfangen, wirst so nah wie möglich an deiner Unterkunft abgesetzt und der Fahrer begleitet dich bis vor die Tür deines Riads. Außerdem hilft er dir bei deinem Gepäck. Ganz klarer Nachteil ist natürlich der Preis.

Wie komme ich an Bargeld?

Die Kreditkarte ist die beste und einfachste Art, um in Marokko an Bargeld zu kommen. Geldautomaten findest du sowohl am Flughafen, als auch überall in der Stadt verteilt. Für das Abheben fällt meist eine kleine Gebühr von 20 bis 30DH an. Das Tageslimit liegt bei 2000DH. Wie man es aus Deutschland kennt, spuckt der Automat meist ziemlich große Scheine aus – Kleingeld scheint Mangelware zu sein (5DH, 10DH und 20DH). Daher heißt es, Kleingeld zurückzuhalten, denn nicht überall wird ein 200DH Schein akzeptiert.

Natürlich kannst du auch mit Kreditkarte bezahlen, viele Geschäfte und Restaurants akzeptieren Kreditkarten als Zahlungsmittel. Händler hingegen wollen natürlich meist dein Bargeld. Solltest du mit Kreditkarte bezahlen, dann lass sie immer in der Landeswährung belasten, nur so ist ein Kursverlust ausgeschlossen.

Welche, unserer Meinung nach, die beste und vor allem gebührenfreie Kreditkarte zum Reisen ist, erfährst du hier.

Von Wechselstuben würden wir übrigens immer abraten, da einfach zu hohe Verluste beim Tausch entstehen und du schnell an Betrüger geraten kannst.

Was gibt es zu entdecken? – Meine Highlights in Marrakesch

Unsere Highlights in Marrakesch verraten wir dir hier. Die Stadt hat einfach so viel zu bieten und es gibt so viel zu entdecken, dafür musste ein separater Artikel her.

Gewürzstand in den Souks in der Medina in Marrakesch

Auf kulinarischer Entdeckungsreise

Anfangs haben wir uns das marokkanische Essen sehr viel vielfältiger vorgestellt. In der Realität finden sich auf den traditionellen Speisekarten in Marrakesch vor allem aber drei Gerichte: Tajine, CousCous und Grillspieße.

Die Tajine ist ein marokkanisches Nationalgericht. Es handelt sich um ein Schmorgericht, das in einem spitz zulaufenden Lehm- oder Tongefäß langsam gegart und serviert wird. Vorwiegend wird die Tajine in Marokko mit Hühnchen, Lamm oder vegetarisch angeboten. Bei deinem Besuch in Marrakesch ist das Probieren der Tajine also ein absolutes Muss!

Tajine serviert im Tontopf

Auf dem Markt

Ich hätte nicht gedacht, dass ausgerechnet wir uns über’s Ohr hauen lassen, aber wir sind in Marrakesch direkt am ersten Abend in eine klassische Touristenfalle gestolpert. Natürlich wollen wir dir die Geschichte nicht vorenthalten und ehrlich erzählen, was uns auf dem großen Platz in einer der Garküchen passiert ist. Damit du nicht auch solch eine Erfahrung machen musst, warten am Ende der Erzählung noch einige Tipps für deinen Besuch in einer der Garküchen auf dem Place Djemaa El Fna.

Es ist unser erster Tag in Marrakesch und wir sind auf der Suche nach einer Möglichkeit Abend zu essen. Da wir aus Asien gewohnt sind, dass man auf dem Markt günstig und vor allem lecker und authentisch Essen kann, steuern wir zielstrebig den großen Platz an, der sich in der Dämmerung in eine riesige Garküche verwandelt.

Nach wenigen Metern werden wir direkt angesprochen. Wir werfen einen kurzen Blick auf die Karte, willigen ein und nehmen Platz. Am Tisch ist von der Karte plötzlich nichts mehr zu sehen und so bestellen wir auf Anraten des „Kellners“ Grillspieße mit CousCous – kann ja nicht teuer sein, denken wir da noch  – immer unsere Erfahrungen aus Asien im Hinterkopf. Es dauert nicht lange und man stellt uns verschiedene kleine Teller mit Beilagen auf den Tisch. Nichts Böses ahnend probieren wir und bekommen eine halbe Stunde später unsere Grillspieße. Dann geht’s ans Bezahlen und irgendwie beschleicht uns beide ein mulmiges Gefühl…

Zum Bezahlen werden wir vom Stand weggeführt und man nennt uns einen utopisch hohen Betrag von mehr als umgerechnet 50€. Uns verschlägt es erst einmal die Sprache – 50€? – das kann beim besten Willen nicht sein, wir wollten doch nur eine Kleinigkeit essen… Da kann auf jeden Fall etwas nicht stimmen. Wir verlangen eine Rechnung. Darauf befinden sich nicht nur die Grillspieße, CousCous und die Getränke, sondern auch die vermeintlichen „Probierteller“ und leider auch einige Dinge, die wir gar nicht hatten. Das ist echt eine ziemlich dreiste Masche. Zur Sicherheit gleichen wir nun auch die Preise auf der Rechnung mit der Karte ab, finden noch einen Rechenfehler und verlangen, dass alles von der Rechnung genommen wird, das wir nicht gegessen haben. Am Ende landen wir bei 36€. Zähneknirschend und nach langer Diskussion zahlen wir den Betrag und ziehen von dannen. Der Besuch der Garküche stellt sich damit als unser teuerstes Abendessen heraus – selbst im Restaurant hatten wir keine solch hohe Rechnung.
Dass uns das Essen außerdem gar nicht besonders gut geschmeckt hat, kannst du dir nach der Aktion sicher vorstellen.

Wir ärgern uns echt immer noch, wie wir so naiv sein konnten. Dieser Start ging ja mal richtig daneben, aber er wäre vermeidbar gewesen.

Wir möchten dich mit dieser Geschichte auf keinen Fall vom Besuch einer Garküche abraten. Schon allein wegen der Atmosphäre lohnt es sich in einer der Garküchen einzukehren. Und damit es nicht so endet, wie bei uns, hier einige wichtige Tipps:

  • Lass dich nicht vom erst besten „Kundenanwerber“ überreden Platz zu nehmen.
  • Achte darauf, dass die Preise am Stand ausgeschrieben sind – so kannst du Preise vergleichen. 
  • Verlange eine Karte mit Preisen. Beachte beim Bestellen, dass alles einzeln berechnet wird. Du stellst dein Gericht zusammen, je mehr Bestandteile, desto teurer. Zeige dem „Kellner“ auf der Karte, was du bestellen möchtest.
  • Achte darauf, was du serviert bekommst. Nimm nur das an, was du bestellt hast. Lass alles andere wieder zurück gehen. 
  • Rechne anhand der Preistafeln aus, was du bezahlen musst. Bestehe auf eine Rechnung und kontrolliere jeden einzelnen Posten. Oft wird versucht für nicht bestellte Dinge abzukassieren oder die Rechnung zu verdoppeln.
  • Lass dich nicht auf Diskussionen ein und tritt selbstbewusst auf.

Im Restaurant

Nach unserem Erlebnis auf dem Markt ziehen wir es für den Rest des Urlaubs vor, in Restaurants essen zu gehen. Was soll ich sagen, wer die Wahl hat, hat die Qual. In Marrakesch findet man einfach alles – vom schnellen Snack zwischendurch bis hin zum 3-Gänge-Menü mit Weinbegleitung im Gourmettempel.

Gefüllte Teller im Restaurant in Marrakesch

Wir haben das ein oder andere Restaurant in der Medina für dich ausprobiert und das sind unsere drei persönlichen Highlights:

La Famille

Das La Famille ist ein kleines reizendes Gartencafé, das sich hinter einer unscheinbaren Tür in einem Innenhof an der Rue Riad Zitoun El Jedid versteckt. Fast wären wir vorbei gelaufen – zum Glück haben wir dieses kleine Schätzchen dann aber doch noch gefunden.

Das Konzept des Cafés, das auch einen kleinen Shop beherbergt, ist ganz einfach. Hier beschränkt man sich auf das Wesentliche. Geöffnet ist nur von 12 bis 16:30 Uhr. Mittags gibt es eine täglich wechselnde Vorspeise, eine Hauptspeise und ein Dessert. Gekocht wird ein Mix aus marokkanischer und mediterraner Küche – stets vegetarisch, frisch und lecker. Nachmittags wechselt das Angebot – dann gibt es ausschließlich super leckeren Kuchen und Torte.

Allerdings ist dieses kleine versteckte Café leider längst kein Geheimtipp mehr. Das gute Essen spricht für sich und wenn du hier lecker essen möchtest, dann musst du zwingend reservieren – selbst im Januar.

Shtatto 

Auf der Suche nach einem geeigneten Ort für eine kleine Pause stolpern wir zufällig über das Shtatto, das mit einem Schild für seine Dachterrasse wirbt. Neugierig machen wir uns auf den Weg nach oben und sind begeistert als wir die stylische Terrasse des Shattos betreten. Hier oben hast du einen tollen Blick über die Stadt und das liebevoll gestaltete Ambiente lädt zum Verweilen ein – nicht nur das, auch die leckeren Sandwiches können wir empfehlen. Als wir dort waren, waren nur wenige Tische belegt, vielleicht ist das Shatto ja noch ein Geheimtipp.
Hier solltest du bei deinem Besuch in Marrakesch unbedingt mal vorbei schauen – eines unserer Highlights in Marrakesch.

Un dejeuner a Marrakesch

Am letzten Abend wollen wir es uns noch einmal richtig gut gehen lassen. Vom Besitzer unseres Riads bekommen wir das Un dejeuner a Marrakesch empfohlen, das nicht weit entfernt an der Rue Riad Zitoun El Jedid liegt.

An einem lauen Abend kannst du hier auf der Dachterrasse essen, auch die erste Etage ist sehr schön gestaltet. Viel wichtiger ist allerdings das Essen und das überzeugt voll und ganz. Die Preise liegen im mittleren Segment – für ein Hauptgericht zahlst du im Durchschnitt umgerechnet 10€, die Portionen sind allerdings nicht besonders groß – daher empfiehlt es sich auch eine Vorspeise oder ein Dessert zu probieren. Die Karte hat in jedem Fall viel Leckeres zu bieten.

Wir hoffen, unser Artikel konnte deine Neugier auf einen Besuch in Marrakesch wecken und unsere Tipps helfen dir eine wundervolle Zeit zu verbringen.
Solltest du noch mehr Inspiration brauchen, dann findest du hier unsere absoluten Highlights, die du auf keinen Fall verpassen darfst.

Wir wünschen dir viel Spaß in Marrakesch!

Tina

seit 2014 mit dem Reisefieber infiziert und wenn ich mich nicht zusammen mit Stefan ins Abenteuer stürze, dann lebe und arbeite ich im quirligen Berlin. So oft es eben geht, versuche ich aber den Schreibtisch und den Berliner Betondschungel gegen ein Flugticket einzutauschen um die wundervolle Welt mit dem Rucksack auf eigenen Wegen zu erkunden. Hier erfährst du mehr Über mich und den Blog

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