Da Tina sich ja schon die ganze Reise über auf den Besuch im Elefantencamp freut, gibt es heute mal einen Blogpost von ihr:

Am vierten Tag in Chiang Mai geht für mich ein kleiner Traum in Erfüllung – wir werden den ganzen Tag mit Elefanten verbringen und darauf freue ich mich schon riesig. Wir haben lange nach dem richtigen Veranstalter gesucht und uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, denn schließlich soll es nicht nur ein schöner Tag für uns werden, sondern auch für die Elefanten. Es gibt in Thailand unzählige Elefantencamps, viele davon behandeln die Tiere sehr schlecht, sie werden angekettet, mit spitzen Gegenständen malträtiert, wenn sie nicht gehorchen oder müssen an stark befahrenen Straßen die Touristen hin- und herkutschieren – sowas möchten wir natürlich auf gar keinen Fall unterstützen und so entschieden wir uns schließlich für das Camp „Elephant Discovery Chiang Mai“ – im Nachhinein kann ich sagen, es war eine gute Wahl.

Der Tag beginnt für uns sehr früh, bereits um 7:30 Uhr werden wir von einem PickUp samt Fahrer abgeholt, der uns ins ca. 70 km entfernte Camp bringen soll. Wer jetzt denkt, 70 km das dauert ja nicht lang, hat weit gefehlt, denn tatsächlich dauerte die Fahrt über zwei Stunden – zu erst nur Serpentinen hinauf und hinab, bis plötzlich irgendwann die Straße aufhörte und wir uns auf einem holprigen schmalen Weg mitten im Dschungel wiederfinden. 45 Minuten geht es nun noch einmal über Stock und Stein, durch riesige Matschpfützen, über winzig kleine Holzbrücken, auf die gerade mal die Räder des Geländewagens passen, steile Hänge hinab und Anstiege wieder hinauf – wir werden ganz schön durchgeschüttelt. Stefan machte das Ganze sichtlich Spaß und am liebsten wäre er selber auch mal gefahren.

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Straßenverhältnisse im Dschungel
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Keine Angst alles nur gespielt, unser Fahrer hat alles im Griff

Am Camp angekommen (Camp ist vielleicht zu viel gesagt, mehr als ein kleine offene Hütte, einen Unterstand und eine Toilette gibt es nicht), werden wir herzlichen von den Mahouts begrüßt und stellen erfreut fest, dass wir wieder mal eine kleine Gruppe sind, denn mit uns verbringen nur noch Micky und Jeff aus China den Tag im Elefantencamp. Keine zwei Minuten später folgt schon die erste hautnahe Begegnung mit den Elefanten, denn während wir noch in unserem PickUp durchgeschaukelt wurden, haben sich die Mahouts bereits in den Dschungel begeben um die Elefanten zu holen, die die Nacht über in freier Wildbahn verbringen. Woowww – Elefanten sind echt beeindruckend große Tiere und wir haben echt ein wenig Respekt vor diesen majestätischen Geschöpfen, aber diese Scheu soll uns ja im Laufe des Tages genommen werden.

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Wow – meine erste hautnahe Begegnung mit einem Elefanten
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Stefan schaut noch etwas skeptisch

Los geht es, indem wir uns erst einmal die traditionellen Outfits der Karen (thailändisches Bergvolk, siehe vorheriger Beitrag) überziehen (Stefan: in denen wir reichlich dämlich aussehen, ich finde uns steht das Outfit ausgezeichnet), denn wir werden an diesem Tag definitiv nass und schmutzig . Es folgt eine kleine Lektion, in der wir viel über Elefanten lernen – über ihren Körperbau, ihr Verhalten, ihre Gewohnheiten etc. Und da man am besten lernt, wenn man Dinge selbst ausprobiert, durfen wir die beiden Elefantendamen und den kleinen Elefantenjungen „Boomie“ (4 1/2 Jahre) im Anschluss mit Bananen füttern. Die Drei sind ganz schön hungrig, wir kommen gar nicht hinterher, ihnen die Bananen ins Maul zu stecken und immer wieder kommt es vor, dass sich ein Elefantenrüssel heimlich eine Banane aus dem Korb mopst.

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Ich bekomme das Grinsen einfach nicht aus meinem Gesicht
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Elefanten sind ziemlich hungrige Tiere

Nach dem Füttern geht es zum morgendlichen Waschen in den Fluss, mit Wassereimern und Bürsten ausgestattet machen wir uns daran, die Tiere so gut es geht zu säubern. Als Belohnung soll ein Gruppenfoto zur Erinnerung folgen: wir Vier Freude strahlend vor den drei Elefanten – doch die Mahouts machen sich einen Spaß daraus und geben „Boomie“ heimlich das Kommando Wasser auf uns zu spritzen, wie sehr wir uns erschrocken haben, könnt ihr ja selbst sehen.

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Lieblingsbild des Tages
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Einmal alle nass spritzen, bitte!
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majestätisches Geschöpf

Nach diesem feucht fröhlichen Spaß werden wir in die Geheimnisse des Elefantentrainings eingeweiht, wir lernen verschiedene Kommandos um für den anstehenden Ritt auf den Elefanten zum Wasserfall gewappnet zu sein – und dann wird es auch schon ernst. Über den Rüssel geht es hoch hinaus in luftige Höhen auf den Rücken des Elefanten – Stefan hinten und ich vorn, direkt hinter den Ohren um mit den Beinen Kommandos geben zu können. Und dann setzen wir uns auch schon in Bewegung – und was soll ich sagen, auf einem Elefanten reiten ist echt keine bequeme, sondern eine ganz schön wackelige Angelegenheit. Wir durchqueren den Fluss, reiten zahlreiche An- und Abstiege hoch und wieder runter, denken dabei etliche Male „Hilfe, ich falle gleich runter“, machen unzählige Pausen, damit unser Elefant seinen unbändigen Hunger stillen kann und kommen schließlich nach einer knappen halben Stunde am Wasserfall an.

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Einmal aufsteigen, bitte!
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Ritt durch den Dschungel

Dort steht schon das Mittagessen für uns bereit – auf einem Bananenblatt servierte gebratene Hühnchenschenkel, Reis und frische Früchte, von denen die Elefanten am Ende mehr haben als wir. Nachdem sich alle gestärkt haben, geht es in den Wasserfall um mit den Elefanten zu baden. Das ist ein riesiger Spaß! Besonders „Boomie“ erfreue sich an dem kühlen Nass, immer wieder lässt er sich ins Wasser plumpsen, drehe sich und spritzt uns nass, das ist wirklich ein besonderes Erlebnis. Da wir nach dem Bad mit den Elefanten allerdings ziemlich dreckig sind, müssen wir uns in den Fluten des Wasserfalls abduschen, ich glaube, auf dem Bild kann man nur erahnen wie kalt das Wasser tatsächlich ist.

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Elefanten in trauter Zweisamkeit
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Boomie verfügt über einen nicht enden wollenden Appetit
Füttern-Elefant-Thailand
Die älteren Damen stehen ihm in nichts nach
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Badevergnügen
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Abkühlung unter einem Wasserfall

Und dann geht es auf dem Rücken des Elefanten auch schon wieder zurück zum Camp. Unsere Elefantendame hat es besonders eilig zurück zu kommen, kaum sitzen Stefan und ich auf ihrem Rücken stürmt sie auch schon los – und falls ich auf dem Hinweg dachte, auf einem Elefanten reiten ist unbequem, ist es diesmal noch unbequemer. Als wir wieder im Camp ankommen, diesmal als erstes Team – nicht wie auf dem Hinweg 5min später als alle anderen, zittern uns die Beine, so sehr mussten wir uns festklammern um nicht tatsächlich runter zu fallen. Vielleicht sollte ich, an dieser Stelle erwähnen, dass uns der Hintern selbst nach zwei Tagen noch weh tat und wir immer noch Muskelkater in den Oberschenkeln hatten. Und dann hieß es nach über sechs Stunden im Camp auch schon so langsam, sich von den Elefanten zu verabschieden, noch ein letztes Mal Bananen verfüttern, streicheln, Abschiedsfoto und sich einen feuchten dreckigen Elefantenkuss von „Boomie“ auf die Wange drücken lassen, bevor wir mit vielen wunderschönen Erinnerungen im Gepäck wieder den langen holprigen und kurvigen Weg zum Hotel antreten.

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Noch ein letztes Selfie zu dritt

Mein Fazit: Es war ein super schöner Tag, an dem ich vor Freude nicht aus dem Grinsen herausgekommen bin – wenn ich jetzt daran denke und mir die Bilder anschaue, muss ich wieder über’s ganze Gesicht strahlen – da ist echt ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen. Ein tolles Erlebnis, zu dem man vielleicht nur einmal im Leben die Chance hat und ich bin froh, dass mir das diese Reise ermöglicht hat – ein Tag bei den Elefanten, der mir immer in Erinnerung bleiben wird.

Tina

seit 2014 mit dem Reisefieber infiziert und wenn ich mich nicht zusammen mit Stefan ins Abenteuer stürze, dann lebe und arbeite ich im quirligen Berlin. So oft es eben geht, versuche ich aber den Schreibtisch und den Berliner Betondschungel gegen ein Flugticket einzutauschen um die wundervolle Welt mit dem Rucksack auf eigenen Wegen zu erkunden. Hier erfährst du mehr Über mich und den Blog

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